Pharmalobby: Wie Medizinstudenten geködert werden


  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Geht es darum, Ärzte für das „Pharmageschäft mit der Krankheit“ zu ködern, fängt die Industrie bereits frühzeitig an: bei den angehenden Medizinern.

Untersuchungen der Uni Mainz zufolge haben 90% der Medizinstudenten schon einmal ein Geschenk angenommen. Später dann, als ausgebildeter Arzt, erhält fast jeder fünfte sogar einmal täglich den Besuch eines eifrigen Pharmavertreters.

Wohin das führt, ist für Prof. Klaus Lieb, den Autor der Studie, klar: „Das Risiko ist, dass die Ärzte nicht das verordnen, was auf Grund der wissenschaftlichen Datenlage am besten ist für den Patienten, sondern dass sie auf Grund von Geschenken, Einladungen der Industrie dann bewegt werden, das Medikament der bestimmten Firma zu verkaufen.“
Am Ende verweist der Beitrag (ARD Mittagsmagazin, 30.7.2014) auf das besondere Lehrangebot der Uni Mainz, wo Studenten lernen können, solche Interessenskonflikte rechtzeitig zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen.

Was im Film jedoch nicht vorkommt, ist, dass gerade die Uni Mainz in einem sehr eindeutigen Abhängigkeitsverhältnis zu dem benachbarten Pharmakonzern Boehringer Ingelheim steht. Trotz des seit 2009 geltenden Informationsfreiheitsgesetzes mauert die Hochschule konsequent gegen die Erteilung von Auskünften, inwieweit die überwiesenen 150 Millionen Euro die Forschung und Lehre beeinflussen. – Weitere Informationen finden Sie unter anderem hier: http://www.taz.de/!5200522/

Like(5)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.